Dienstag, 28. Dezember 2010
Supersize me
Es gibt Länder, die für ihre schmackhafte Küche berühmt sind. Gerichte aus Frankreich oder noch mehr Italien haben zurecht Einzug in den (Ess-)Alltag der Deutschen gefunden. Das wird mit der brasilianischen Kochkunst hoffentlich nie passieren!

Denkbar, dass es in diesem riesigen Land (das fünftgrößte der Welt) auch echte Leckereien gibt. Vor allem der Süden verspricht da einiges. Hier dominieren deutsche Einwanderer und es gibt dort sogar ein Oktoberfest (angeblich das zweitgrößte der Welt). Salvador ist aber durch die ehemaligen afrikanischen Sklaven dominiert, die meist den ärmeren Schichten angehören. Entsprechend werden bei der Essenszubereitung günstige Zutaten verwendet - Hauptsache nahrhaft!

Eines der Nationalgerichte in der Gegend ist die Feijoada - ein Bohneneintopf, der mit geräuchertem Fleisch, aber teils auch mit Innereien bzw. Schweineohren angereichert wird. Geschmacklich erinnert das an Linseneintopf, liegt allerdings wegen des hohen Fettgehalts recht schwer im Magen. Die afrikanisch geprägte Küche hier in Salvador zeichnet sich ohnehin dadurch aus, dass viele Dinge frittiert werden. Eigentlich passt das nicht zum Klima. In der Hitze würde man eher leichte Kost erwarten. Fisch gibt es hier natürlich auch, meist mit dicker Panate versehen.

Leider zeigt die Ernährung negative Effekte: Es gibt hier reichlich Dicke. Viele Frauen sind ebenfalls nicht eben (voll)schlank, was offenbar auch an den Genen liegt. Oft ist schon das Gesicht der Frauen etwas rundlicher. Einigen Frauen, zum Beispiel meiner Sprachschullehrerin in den ersten Wochen (muito bonita!), steht das aber ganz gut.

Die breiteren Taillen sind sicher teils den Fastfood-Ketten (McDonalds, Pizza Hut, Subway usw.) geschuldet. Üblicher sind hier aber (noch!) die so genannten Kilo-Restaurants, die es faktisch an jeder Ecke gibt. Die haben ein Menü aus diversen Speisen (Salate, Vor- und Hauptspeisen, Desserts) aufgebaut, von denen sich der Kunde nach Belieben auf seinen Teller schaufelt. Nach dem "Beladen" wird der Teller gewogen und nach Gewicht bezahlt (das Kilo kostet normal so um die 20 Reals oder rund acht Euro). Dann sucht sich der Kunde einen Tisch und isst. Ich finde es interessant, weil man so recht viele Sachen probieren kann. Aber auch hier gilt: Die Qualität des Essens ist eher mittelmäßig (habe schon mehrere dieser Restaurants getestet).

Natürlich gibt es auch Positives zu berichten: Mit "Skol" habe ich eine ziemlich leckere Biersorte gefunden. Grundsätzlich wird das Bier hier entweder sehr gut gekühlt in Flaschen (üblich sind 0,6l) oder Dosen angeboten. Fassbier habe ich noch nicht gesehen. Die Biere sind vom Alkohol etwas leichter als in Deutschland. Zumindest das Skol hat aber einen herben Geschmack und ist daher halbwegs vergleichbar mit dem gewohnten Distel-Pils. Mit Hilfe meiner Mitschülerinnen habe ich zudem eine prima Eisdiele entdeckt. Und ein richtig leckeres Steak hatte ich zum Abendessen auch schon mal.

Obwohl die Hitze den Hunger etwas dämpft und die Brasilianische Küche wohl nie den Einzug in die Gourmet-Führer der Welt finden wird - dank Subway um die Ecke, den leckeren Skols und der hervorragenden Eisdiele wird es mit dem Abnehmen wohl auch in diesem Urlaub nichts. Naja, das bleibt dann ein guter Vorsatz für 2011 ;-).

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Wein und Schnaps?
Das Essen ist nichts Besonderes. Gibt es dann wenigstens was Gutes zur Verdauung? Oder einen feinen Wein dazu?

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Wein habe ich bislang noch keinen getrunken. Das Klima drängt einen hier eher zum Bierkonsum. In Geschäften ist Wein auch weniger präsent als in Deutschland. Bier sieht man hier dagegen an jeder Ecke. An Silvester haben wir aber eine Flasche Sekt gekippt: Es war zumindest keine süße Brühe, aber hat bei weitem nicht an die Qualität des Becksteiner gereicht.

(Zuckerrohr-)Schnaps sollte es hier eigentlich reichlich geben. Diesen cachaca (so das portugisiesche Wort dafür) habe ich aber bislang nur als Bestanteil von Caipiranha getrunken. Die schmecken deutlich besser als in Deutschland, was sicher auch dem Schnaps geschuldet ist.

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